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Projekt Srebrenica
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Am 11. Juli 1993 eroberten serbische Milizionäre die überwiegend von Bosniern bewohnte
Stadt Srebrenica. Vor den Augen der UNO wurden die männlichen Bewohner zusammen
getrieben und entführt. Bis heute ist das Schicksal dieser Männer überwiegend ungeklärt,
noch immer werden Massengräber gefunden, die Identifizierung der Leichen geht nur
langsam voran. Für die überlebenden - überwiegend Frauen - ist das ein schrecklicher
Zustand. Mit Hilfe des bosnischen Büros der "Gesellschaft für bedrohte Völker" haben
sie sich organisiert. Seit 2001 unterstützt die Stiftung Vielfalt der
Kulturen ein Frauenprojekt in Sarajevo. Unsere Förderung zielte zunächst auf den
Aufbau eines kleinen Büros: Miete bezahlen, das Büro einrichten, einen Betrieb
aufnehmen. Die Stiftungsvorsitzende, Frau Geiger, besuchte die Frauen mehrere
Male und konnte sich davon überzeugen, dass das Geld gut eingesetzt wird. Seit
2008 werden Sprach- und Computerkurse – die Rechner wurden u. a. mit Hilfe der
Stiftung gekauft – angeboten. Die Computerkurse sind sehr beliebt. Für die
Teilnehmer bedeuten sie Zukunft. In den öffentlichen Schulen (Grundschule und
weitere Schule) gibt es keine Computerkurse. Eine Mitarbeiterin des Büros
erzählte, dass sie Informatik nur in der Theorie lernen konnte, weil der Staat
kein Geld hat, um die Schulen mit Computern auszustatten. Die Kurse finden
zweimal wöchentlich für je eine Stunde statt. Es werden weiterhin Computer
benötigt. In den Sprachkursen wird Englisch in drei Stufen angeboten: für
Anfänger, für die Mittelstufe und für Fortgeschrittene. Die Zahl der Teilnehmer
pro Kurs ist auf 10 begrenzt. Die Kurse sind kostenlos für die Mitglieder des
Vereins. Bis jetzt sind 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfolgreich durch
die Kurse gegangen und hatten auch Erfolg bei ihren Prüfungen bzw. sie
verbesserten ihre Schulleistungen. Die Frauen würden sehr gern Deutschkurse
anbieten, es gibt sogar eine Warteliste. Die Kurse können aber aus Platzmangel
nicht angeboten werden. Der Aufbau einer Nähstube war für die Frauen besonders
wichtig. Diese Nähstube hat einen therapeutischen Effekt. Die Frauen treffen
sich, können offen über ihre Probleme sprechen und sind sicher, dass die Gruppe
sie versteht und unterstützt. Zugleich bedeutet die gemeinsame Arbeit eine
finanzielle Absicherung. Die Nähkurse werden von zwei Schneiderinnen zweimal in
der Woche für je zwei Stunden angeboten. 2009 wurde eine professionelle
Nähmaschine gekauft, mit der auch Leder bearbeitet werden kann. Seit rund
eineinhalb Jahren planen die Frauen, ein Geschäft zu eröffnen, um dort die
genähten Kleider zu verkaufen. Die Vertreterin der Gesellschaft für bedrohte
Völker in Bosnien, Fadila Memisevic, teilte im August 2010 mit, dass die Frauen
in der Zwischenzeit sehr schöne Kleider nähen können. Allerdings fehlt es an
Abnehmerinnen. Sie leben in der bosnischen Gesellschaft recht isoliert, kennen
nur wenige andere Menschen, die ihrerseits oft zu arm sind, um die Kleider zu
kaufen. Ein kleines Geschäft im Zentrum Sarajevos könnte aus dem Engpass
herausführen. Dort gibt es Touristen als mögliche Kundinnen. Der Nachteil: Die
Mieten im Zentrum Sarajewos sind hoch.
Stand: Oktober 2010
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Die "Stiftung Vielfalt der Kulturen" ist gemeinnützig anerkannt, Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenquittung wird Ihnen unaufgefordert zugeschickt. |
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