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Jugendclub Kreuzberg: Film über die Lebenssituation von Flüchtlingen in Berlin

Berlin ist die deutsche Stadt mit den meisten Einwanderern, Kreuzberg ist der multikulturelle Bezirk Berlins. Im Kreuzberger Jugendclub Courage treffen sich überwiegend Jugendliche, die aus Einwandererfamilien stammen. Sie hatten die Idee, ein Video über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland zu drehen.
Mit dem Medium Film haben sich die 15- bis 23-Jährigen bereits beschäftigt. Die neue Filmidee kam, als sie sich die Frage stellten: Wer außer uns ist in dieser Gesellschaft benachteiligt? Einen professionellen Musiker, der ihre Idee engagiert unterstützte, weil er selber Flüchtling war, fanden sie über youtube. Das Filmteam „Arche“ begleitete und beriet sie bei allen technischen Problemen.
Da sie selber nicht gerne vor die Kamera treten, wurde für die Hauptrolle eine Darstellerin gesucht: Das allein war ein spannender Prozess. Die Auseinandersetzung mit dem Leben von Flüchtlingen in Deutschland beschäftigte einige so sehr, dass sie zu den Filmaufnahmen in ein Flüchtlingslager nicht mitkamen. Es gibt aber einen weiteren, erschütternden Grund: Aus Angst vor rechten Jugendlichen mochten sie nicht in die Berliner Randbezirke mitfahren, in denen sich – abgelegen – Flüchtlingsheime befinden. Unerwartete Unterstützung hingegen fanden sie sowohl bei einem Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe wie bei einem Sozialarbeiter in einem Flüchtlingsheim, die in die Dreharbeiten eingeweiht wurden und spontan mitmachten.
Die Produktion des Videos dauerte länger als erwartet. Der Schnitt des vielen Materials forderte sie unter filmästhetischen Gesichtspunkten. Inhaltlich diskutierten sie viel über das deutsche Rechtssystem und das europäische Asylrecht. Einige nahmen an Protestaktionen gegen Abschiebungen teil und engagieren sich weiter. Alle sind stolz, dass ihr Film im Juni 2010 fertig wurde. Nun wird er im Freundes- und Familienkreis sowie in Schulen gezeigt. Ein Verleih wird gesucht, damit dieser Film größere Bekanntheit erreicht.

Die Stiftung Vielfalt der Kulturen förderte neben der Stiftung Pro Asyl die Produktion des Videos.

Stand: Juni 2010